Salvatorianer rufen zur Beteiligung an Aufarbeitungsstudie auf

Betroffene und Zeitzeugen können sich melden

Die Ordensgemeinschaft der Salvatorianer hat im Juni im Rahmen einer Pressekonferenz über eine Aufarbeitungsstudie berichtet, mit der sie ein Forschungsteam der Universität Kassel beauftragt hat. Die Salvatorianer teilen mit: „Wie in vielen anderen kirchlichen Kontexten müssen wir leider feststellen: Auch im Verantwortungsbereich der Salvatorianer und der Armen-Brüder des heiligen Franziskus ist Menschen unverzeihliches Unrecht widerfahren. Mit Hilfe eines unabhängigen Forschungsteams von der Universität Kassel wollen wir Licht in das Dunkelfeld früherer Gewalt- und Sexualdelikte bringen und das Geschehene besser verstehen und einordnen, um für die Zukunft zu lernen.

Zu diesem Zweck rufen wir […] Betroffene, Angehörige und Zeitzeugen auf, sich bei Prof. Dr. Julia Sauter und Prof. Dr. Heidi Möller zu melden und ihre Geschichte zu berichten. 

Die unabhängige Studie ist 2025 mit vielen Teilschritten gestartet. Sie ist kein Selbstzweck, sondern sie soll Ausgangspunkt nächster Schritte sein auf dem langen und schweren Weg der Aufarbeitung. Unsere beiden Ordensgemeinschaften stellen sich der Verantwortung, die mit dem geschehenen Unrecht verbunden ist. Wir sind einen solchen ehrlichen Umgang mit dem eigenen Versagen den Betroffenen und ihren Angehörigen schuldig. Die Erfahrung zeigt, dass das erlittene Leid häufig das weitere Leben geprägt hat und prägt. […] So sind auch aus dem Umfeld der Einrichtungen Salvatorkolleg Bad Wurzach / Salvatorianerkloster Gottesberg Gewalt- und Sexualdelikte aus früheren Jahrzehnten aktenkundig oder im Zuge der Studie bekannt geworden. Mit Hilfe weiterer Aussagen möchten wir ein genaueres Bild des damaligen Geschehens gewinnen und so Betroffenen und ihren Angehörigen ein Stück weit gerechter zu werden, als dies lange der Fall war.“ 

Weitere Informationen und Kontaktdaten des Forschungsteam finden sich in der Präsentation, die bei der Pressekonferenz gezeigt worden ist und hier heruntergeladen werden kann. Wenn gewünscht, kann der Kontakt zu den Salvatorianern auch über die Geschäftsstelle der Kommission sexueller Missbrauch hergestellt werden.