Qualitätsmanagement: Schutzprozess gestalten

Viele wünschen sich, dass man einmalig ein gutes System präventiver Maßnahmen auf den Weg bringt und damit den Schutz vor sexualisierter Gewalt auf Dauer garantiert. Aber das funktioniert nicht, weil sich das Arbeitsfeld ständig verändert. Kinder, Jugendliche und schutz- oder hilfebedürftige Erwachsene wechseln genauso wie haupt- und ehrenamtlich Verantwortliche. Deswegen gilt es, sich immer wieder an die eigenen Regeln und Vorsätze zu erinnern, und zu überprüfen, ob sie noch passen und geplante Maßnahmen noch greifen. Neue Kommunikationsmedien schaffen z.B. viele Chancen für eine motivierende und offene Kommunikation. Aber sie beinhalten genauso neue Gefahren, weil Täter dies ausnutzen können.

Hilfreich ist es, wenn klar ist, wann und bei wem das Thema vor Ort verankert ist. Die Präventionsordnung sieht eine „geschulte Person“ vor (Präventionsberater:in). Noch besser ist ein kleines Team („Ausschuss“, „AG“), das sich gegenseitig unterstützt und bei einem personellen Wechsel die Kontinuität besser gewährleisten kann. Sinnvoll ist auch, Prävention als regelmäßigen Tagesordnungspunkt im Jahresablauf für alle vorzusehen.

Nicht nur bei Verdachtsfällen empfiehlt sich, den geschulten Blick einer externen Fachkraft in Anspruch zu nehmen, weil Täterinnen und Täter von sexuellem Missbrauch blinde Flecken in einer Organisation ausnutzen und ihrerseits Verwirrung und Verstrickungen herbeiführen.

Was zu tun ist

  • Überprüfungsroutinen für Notfallplan
  • Verhaltenskodex usw. etablieren
  • Präventionsberater/in bzw. Team benennen und ausbilden
  • Orte für Reflexion und Supervision schaffen

Andocken an

  • Qualitätsmanagement
  • Visitation
  • Aufsichtsgespräche